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Förderpreis 2008
der Duisburger Stiftung für
Umwelt, Gesundheit und Soziales

Artikel erschienen in der NRZ vom 22.01.2009:

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Die Duisburger Stiftung für Umwelt, Gesundheit und Soziales

Die Duisburger Stiftung
für Umwelt, Gesundheit und Soziales
verleiht ihren

Förderpreis 2008

an die Naturwerkstatt Duisburg

Der Naturwerkstatt Duisburg wird der Förderpreis 2008 verliehen für ihre unkonventionelle und emanzipatorische Aufklärungsarbeit und Umweltbildung mit Schülerinnen und Schülern an Duisburger Schulen.

Diese Arbeit ist beispielhaft, mit ihr werden den Kindern und Jugendlichen Grundkenntnisse der Natur und Umwelt vermittelt. Bei jedem einzelnen wird damit ein Grundverständnis des Verhältnisses von Mensch und Natur nachhaltig geschaffen.

Für diese engagierte Arbeit gilt der Naturwerkstatt Duisburg unser besonderer Dank. Wir hoffen, dass sie ihre Arbeit noch lange Zeit weiterhin erfolgreich fortsetzen.

Duisburg, im Dezember 2008

 

gez.
Wolfgang Conradis (für die Stifter)
gez.
Margret Kühn (Stiftungsvorstand)


Ansprache:

"Heute möchten wir die hervorragende Arbeit der Duisburger Naturwerkstatt unter der Leitung von Agraringenieur Martin Scholz mit seinem Team, einer Diplombiologin und einer Diplompädagogin, würdigen.
Die Naturwerkstatt ist eine erstaunlich vielfältige und wirksame selbstständige Unternehmung. Sie setzt sich das Ziel, durch umweltpädagogische Angebote den Wunsch des Menschen nach einem Leben im Einklang mit der Natur zu fördern. Gleich wichtig ist aber auch die Vermittlung praktischer Fähigkeiten für die Umsetzung dieses Wunsches, so nach der bekannten Aufforderung von Kästner: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."

In den wenigen Jahren seit ihrer Gründung 2001 hat sich die Naturwerkstatt vor allem im Bereich der Schulbildung als geschätzter Anbieter vielseitiger Führungen und Projekte etabliert. Zwei von uns aus der Stiftung haben mit Freude an einer Waldführung im Herbst mit einer Realschulklasse teilgenommen. Dabei konnten wir feststellen, dass Herr Scholz nicht nur Naturkundler ist, sondern auch ein pädagogisches Naturtalent im Umgang mit quirligen Jugendlichen. Er versteht es bestens, sie sinnvoll zu beschäftigen, zu fördern und fordern, und dabei ihre eigenen Bedürfnisse, z.B. nach Bewegung und vielleicht auch ein bisschen Wettbewerb, zu berücksichtigen.

Besonders innovativ ist die Tatsache, dass die Naturwerkstatt auf freiberuflicher Basis aufgebaut ist. Und ohne die Initiative, die Herr Scholz vor 8 Jahren ergriffen hat, würde es solche sinnvolle Angebote mit Sicherheit heute nicht geben. Die Prioritäten von Landesregierung und Stadtverwaltung schwanken bekanntlich mit den jeweiligen Wahlergebnissen. Und überall sei kein Geld für so was da, jetzt erst recht. Aber es fehlen auch oft Menschen, die die notwendigen Kenntnisse, Eignung und Energie für eine solche Aufgabe mitbringen.

Das heißt keineswegs, dass die Naturwerkstatt die großen Aufgaben alleine bewältigen will. Denn Herr Scholz und sein Team haben es verstanden, durch Vernetzung mit Gleichgesinnten und mit verantwortlichen öffentlichen Stellen, die Leistungen der Naturwerkstatt zu festigen. Die Naturwerkstatt mit ihrem attraktiven Bauwagen am Forsthaus Wambachsee ist z.B. Partner der Forstverwaltung der Stadt Duisburg und arbeitet vor allem eng mit dem Schulamt zusammen. Es besteht seit Jahren auch eine Zusammenarbeit mit dem BUND, vor allem in der Bewirtschaftung und Pflege des Naturschutzzentrums im Volkspark Rheinhausen. Das Duisburger Amt für Umwelt und Grün beauftragt Herrn Scholz jährlich mit der Organisation und Durchführung von Bauern- und Waldrallyes, und auch das Jugendamt und die Volkshochschule nutzen die besonderen Fähigkeiten des Naturwerkstattteams für ihre eigenen Angebote.

Und: durch Fortbildungen für Erzieher und durch Erwachsenenbildung will die Naturwerkstatt für Multiplikatoren in der Umweltschutz sorgen. Wenn das nicht Nachhaltigkeit ist!

Die Finanzierung solcher freiberuflichen Arbeit ist allerdings alles andere als leicht. Weil die Angebote aber so gut ankommen, ist es möglich, weil auch notwendig, eine Teilnehmergebühr zu verlangen, seit Jahren pro Schüler 3 Euro. Weil manche Kinder diese Gebühr nicht zahlen können, ist zusätzlich ein Förderverein für die Arbeit ins Leben gerufen worden. Durch Spenden an den Verein können solche Kinder unterstützt werden. Gerade diejenigen Kinder, die wenige Chancen für Naturerlebnisse haben, sind in ganz Duisburg zahlreich.

Vor mehr als 100 Jahren sagte der Naturforscher John Muir: "Wenn man an irgendeinen Zipfel der Natur zieht, stellt man fest, dass er mit allem, was es noch gibt auf der Welt, verbunden ist." An zwei Einsätzen der Naturwerkstatt - stellvertretend für viele - sehen wir diese Beobachtung bestätigt. Gleichzeitig werden die 3 Zielrichtungen der Duisburger Stiftung für Umwelt, Gesundheit und Soziales sichtbar:

Im Stadtteil Hochfeld gibt es einen sehr hohen Anteil an Kindern ausländischer Herkunft, bunt gemischt und finanziell eher benachteiligt, wie auch ihre deutschen Mitschüler. An natürlichen Grünanlagen fehlt es - auch wenn der kultivierte Böninger Park und der neu entstandene "Rheinpark" gewisse Grünflächen bieten - und Kinder in Hochfeld wachsen eher mit der Vorstellung auf, dass die Umwelt hauptsächlich aus Beton und Asphalt besteht. In der Friedenstrasse hat die Naturwerkstatt in den letzten 2 Jahren mit Kindern der Grundschule, Kinder, die aus 6 verschiedenen Ländern stammen, auf einer leeren Fläche einen Garten mit Weizen, Gerste, Roggen und Raps angebaut, und zusätzlich einen "Kräutermann" aus der Fläche herausgearbeitet. Nach der Ernte konnten gesunde Tees und Müsli von den Kindern zubereitet und genossen werden. Im multikulturellen Bund haben diese Kinder mit der Kraft der Natur und dem Katalysator Naturwerkstatt einen grünen Tupfer in die graue Landschaft Hochfelds gemalt.

Und vor 4 Jahren, als das Land NRW noch Gelder für solche Projekte bereitgestellt hat, wurden Projekte in Zusammenarbeit mit der Infostelle Dritte Welt und Sekundarschulen in Homberg und Meiderich durchgeführt. Dabei haben die Schüler Selbsthilfeprojekte, wie sie von Brot für die Welt in Brasilien und Nicaragua angeregt werden, zum Vorbild genommen. Es wurden ein großer Mischkulturgarten nach den Methoden der nachhaltigen Landwirtschaft und ein Heilkräuterbeet angelegt. Die Ernte wurde natürlich auch bearbeitet und verzehrt. Und die Wirkung der Kräuter, z.B. gegen Atemwegs- und Hauterkrankungen, wurden den Schülern vermittelt.

Global denken, lokal handeln. Und: Viele kleine Schritte an vielen Orten können das Gesicht der Welt verändern. Die Naturwerkstatt macht solche Schritte, mit ansteckender Energie und Überzeugung, und wir wünschen ihr noch ein langes, gesundes, nachhaltiges Leben! "



Die "Naturwerkstatt"

2001 hat sich Agraringenieur Martin Scholz aus Neudorf mit der "Naturwerkstatt" selbstständig gemacht. Ihr Ziel ist es, Kindern vom ersten bis zum achten Schuljahr die Natur in ihrer Lebendigkeit und ihren gegenseitigen Abhängigkeiten anschaulich zu machen. Als Honorarkräfte helfen ihm eine Biologin und eine Sozialpädagogin. Infos: Tel. 363 11 57 (mo - fr von 14:00 bis 17:00 Uhr).

 
 Stand: 11.03.2009  

 

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info@naturwerkstatt-duisburg.de

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