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Spurensuche im Wald

Ein Artikel von Martin Kleinwächter (©Text) und Jürgen Metzendorf (©Fotos), erschienen in: NRZ vom 15.02.2008

Die Mädchen und Jungen der Klasse 4a der Katholischen Grundschule Grabenstraße verbrachten gestern den Vormittag an der Sechs-Seen-Platte. Mit Martin Scholz von der "Naturwerkstatt" spürten sie Tieren nach.
 

Durch den Wald kann man spazieren. Man kann aber auch versuchen, ihn zu begreifen. Allerdings sollte man dazu einen Experten bei sich haben. Die Klasse "4a" der Katholischen Grundschule Grabenstraße in Neudorf hatte sich dazu gestern Martin Scholz von der "Naturwerkstatt" engagiert. Die 24 Mädchen und Jungen nehmen zur Zeit an der schulinternen Projektwoche zum Thema "Tiere" teil. Gestern war Exkursionstag. Treffpunkt das Forsthaus am Wambachsee.

Von dort ging es zu Fuß in das Waldgebiet zwischen Wambach- und Böllertsee. Scholz zeigte den Kindern zunächst einen Baum, den ein Specht "bearbeitet" hatte. Er wies gleich mehrere Löcher auf.

"Woran erkennt man aber nun die bewohnte Höhle?", wollte er von den Kindern wissen. Die wiesen ihn darauf hin, dass einer der Eingänge ganz stark auf Vogelkot verschmutzt war. "Richtig", erwiderte der Naturkundler. Bei den Jungen befinde sich der Kot nämlich in einer feinen Hülle. Der Muttervogel entsorge ihn am Ausgang der Höhle, um das Nest rein zu halten.

Um den Bewegungsdrang der Kinder zu befriedigen, gab es fortan Suchaufgaben. "Sucht einmal Mauselöcher", hieß es für die eine Gruppe, "Sammelt einmal Eicheln auf", für eine andere. Damit hielt Martin Scholz die Kleinen in Atem. Auf einem auf dem Waldboden ausgebreiteten Stoff trugen die Kinder zusammen, worum Scholz sie gebeten hatte.

"Der hat 22 Beine", meldete sich ein Mädchen, das einen Tausendfüßer in der Becherlupe betrachtete. "Das ist ein Steinkriecher", erklärte Scholz. "Der bewegt sich recht schnell - weil er ein Beutejäger ist", fuhr er fort. "Andere Tausendfüßer bewegen sich langsam, weil sie Mull zersetzen."

Auch Laufkäfer gab es so zu sehen. "Sie sind nachtaktive Räuber", erklärte ihnen der Exkursionsleiter. Ihre Beute: Regenwürmer und Steinkriecher.

Detektiv-Gespür konnten die Kinder beweisen, als es galt, Hinterlassenschaften von Tieren zu untersuchen. "Woran erkennt man wohl, ob eine Taube von einem Fuchs oder von einem Raubvogel gerissen wurde?", fragte er die Kinder, die zwei Taubenfedern im Wald gefunden hatten. Antworten: Der Fuchs beißt die Federn ab, während etwa der Habicht sie ausrupft.

Auf diese Weise konnten die Kinder auch erkennen, wie unterschiedlich Maus und Eichhörnchen Fichtenzapfen bearbeiten. "Das Eichhörnchen hinterlässt viel gröbere Fraßspuren. Die Maus aber nagt sauber ab", so Scholz.

Im Anschluss bewegte sich die Gruppe zu den Orten, die die Kinder zuvor ausgemacht hatten. "Woran erkennt man eine Fuchshöhle", wollte Scholz wissen. Es könnte ja auch eine Kaninschenhöhle sein. Eine schwere Frage. Die Antwort: "Bewohnte Raubtierhöhlen stinken, Kaninchenhöhlen nicht."

Dann galt das Augenmerk der Gruppe den verschiedenen Nestern. "Ein Habichtnest erkennt man am Gewölle", erläuterte ihnen der Waldkenner. Der Habicht spucke nämlich Unverdauliches wieder aus, Federn etwa. Und die finde man am Boden unter dem Nest als wollige Knäuel.

Am Ende zogen die Kinder wieder zur Bushaltstelle. Sie hatten sich dabei so viel bewegt, dass niemand über die Kälte - knapp über dem Gefrierpunkt - klagte.

 

Die "Naturwerkstatt"

2002 hat sich Agraringenieur Martin Scholz aus Neudorf mit der "Naturwerkstatt" selbstständig gemacht. Ihr Ziel ist es, Kindern vom ersten bis zum achten Schuljahr die Natur in ihrer Lebendigkeit und ihren gegenseitigen Abhängigkeiten anschaulich zu machen. Als Honorarkräfte helfen ihm eine Biologin und eine Sozialpädagogin. Infos: Tel. 363 11 57 (mo - fr von 14:00 bis 17:00 Uhr).

 
 Stand: 02.05.2008  

 

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info@naturwerkstatt-duisburg.de

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